Atemwegserkrankungen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut hat im ‚Journal of Health Monitoring‘ aktuelle Zahlen zu Atemwegserkrankungen in Deutschland veröffentlicht. Die Autoren werteten unter anderem das Vorkommen und die Häufigkeit von Neuerkrankungen aus und analysierten die Daten der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) zur 12-Monats-Häufigkeit von Asthma und der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD.

Für den umfassenden Focus-Beitrag werteten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Robert-Koch-Instituts (RKI)  eigene und externe Datenquellen aus. Dargestellt wurden Ergebnisse und Trends zu Vorkommen (Prävalenz) und Häufigkeit von Neuerkrankungen (Inzidenz) von Atemwegserkrankungen, wie Asthma und der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD. Die Daten basieren auf schriftlich oder online ausgefüllten Fragebögen von 24016 zufällig ausgewählten Personen, die im Rahmen der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) erhoben wurden.

Häufigkeit von Asthma in Deutschland

Insgesamt berichteten 6,2 Prozent der Erwachsenen ab 18 Jahren, dass sie in den letzten zwölf Monaten von Asthma bronchiale betroffen waren. Bei Frauen war die 12-Monats-Prävalenz höher als bei Männern (7,1 gegen 5,4 Prozent). Über alle Altersgruppen hinweg blieb die Häufigkeit von Asthma bei Frauen konstant. Bei Männern war sie hingegen zwischen 45 und 64 Jahren am höchsten. Im Vergleich der einzelnen Bundesländer zeigten sich große Schwankungen: Frauen waren am häufigsten in Brandenburg (9,7 Prozent) und am seltensten in Mecklenburg-Vorpommern (3 Prozent) von Asthma betroffen. Bei Männern war die Häufigkeit in Nordrhein-Westfalen mit 7 Prozent am höchsten und in Sachsen-Anhalt mit 2,9 Prozent am niedrigsten.

Häufigkeit von COPD in Deutschland

Für COPD lag die 12-Monats-Prävalenz bei Erwachsenen ab 18 Jahren bei insgesamt 5,8 Prozent, mit etwa gleichen Werten für Frauen und Männer. Mit dem Alter stieg die Häufigkeit bei beiden Geschlechtern deutlich an. Zwischen den Bundesländern variierte die Häufigkeit bei Frauen zwischen 3,6 Prozent in Sachsen-Anhalt und 7,5 Prozent in Bremen. Männer waren in Hessen deutlich seltener an COPD erkrankt als im Saarland (4,3 gegen 11,2 Prozent).

Die Neuerkrankungsraten für Lungenkrebs blieben ab 1998 auf fast gleichem Niveau wie die Sterberaten. Für COPD und Asthma waren keine entsprechenden Daten verfügbar. Eine kontinuierliche Überwachung von Krankheitshäufigkeiten und Sterberaten sei auch deshalb unbedingt notwendig und eine unerlässliche Voraussetzung für den Gesundheitsschutz, so die Autoren.


 

Quellen:

Steppuhn, H. et al.: 12-Monats-Prävalenz der bekannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) in Deutschland. Journal of Health Monitoring, 2017, 2(3)

Steppuhn, H. et al.: 12-Monats-Prävalenz von Asthma bronchiale bei Erwachsenen in Deutschland. In: Journal of Health Monitoring, 2017, 2(3)

Steppuhn, H. et al.: Zeitliche Trends in der Inzidenz und Sterblichkeit respiratorischer Krankheiten von hoher Public-Health-Relevanz in Deutschland. Journal of Health Monitoring, 2017, 2(3)


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Lungeninformationsdienst, einem Angebot des Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt übernommen.

2017-10-26T09:51:57+00:00 4. Oktober 2017|Forschung aktuell|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar