Verfahren zur Lungenvolumenreduktion (LVR) haben bei ausgewählten Patienten mit schwerem Lungenemphysem bereits gute Behandlungsergebnisse gezeigt. Allerdings können diese Erfolge in einzelnen Studien zum Teil stark variieren. Forschende haben nun in einer Übersichtsarbeit die Ergebnisse mehrerer Studien ausgewertet, um die Effekte einer LVR genauer bewerten zu können.

In ihre Auswertung schlossen die Autoren insgesamt 20 randomisiert kontrollierte Studien ein, in denen die Auswirkungen einer Lungenvolumenreduktion (LVR) untersucht wurden. Insgesamt erhielten die Forschenden so Daten von 2794 Männern und Frauen mit Lungenemphysem. Die LVR konnte dabei durch verschiedene Methoden erfolgen, zum Beispiel chirurgisch oder endoskopisch durch den Einsatz von Coils oder Ventilen. Als Maß für den Behandlungserfolg dienten sowohl  Befragungen der Patienten zur Lebensqualität (St George’s Respiratory Questionnaire (SGRQ)) als auch Lungenfunktionswerte und der Sechs-Minuten-Gehtest. Schwere unerwünschte Ereignisse nach der Behandlung wurden ebenfalls ausgewertet.

„Vorteile trotz potenzieller Nebenwirkungen berücksichtigen“

Insgesamt wirkte sich die Lungenvolumenreduktion positiv auf den Krankheitsverlauf der Patienten aus. Das Residualvolumen (RV), also die Menge an Luft, die nach maximaler Ausatmung in der Lunge verbleibt und nicht ausgeatmet werden kann, ging im Schnitt um 0,58 Liter zurück. Die Einsekundenkapazität FEV1, als weiteres Maß für die Lungenfunktion, stieg im Mittel um fast 16 Prozent. Beim Sechs-Minuten-Gehtest schafften die Probanden nach einer LVR durchschnittlich etwa 43 Meter mehr. Und auch die gesundheitsbezogene Lebensqualität, gemessen mit dem SGRQ, verbesserte sich. Allerdings kam es nach einer LVR etwa sechsmal häufiger zu unerwünschten Ereignissen als in den Kontrollen. Über alle LVR-Methoden hinweg zeigten sich zudem weiterhin starke Schwankungen der Ergebnisse. Diese fielen jedoch kleiner aus, wenn man die verschiedenen Methoden einzeln betrachtete.

Trotz der genannten Einschränkungen sind die Autoren der Übersichtsarbeit aber davon überzeugt, dass eine Lungenvolumenreduktion bei Patienten mit schwerem Emphysem, deren Behandlung bereits voll ausgeschöpft ist, klinisch bedeutsame Vorteile bietet. Diese sollten neben den potenziellen Nebenwirkungen berücksichtigt werden, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Lungenvolumenreduktion – Für welche Patienten?

Da nicht alle Patienten von einer Lungenvolumenreduktion profitieren, kommt eine solche Behandlung nur für einen kleinen Teil der Betroffenen mit ausgeprägtem Lungenemphysem in Frage. Umfangreiche Voruntersuchungen zur individuellen Eignung sind daher unbedingt nötig.


Quelle:

Van Geffen, W. H. et al.: Surgical and endoscopic interventions that reduce lung volume for emphysema: a systemic review and meta-analysis. In: The Lancet Respiratory Medicine, 7. Februar 2019


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Lungeninformationsdienst, einem Angebot des Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt übernommen.