Das Rauchen von Wasserpfeifen (Shishas) liegt im Trend. Viele Menschen unterschätzen jedoch die Gefahren, der vermeintlich „gesunden“ Zigaretten-Alternative deutlich. Darauf weisen führende Expertinnen und Experten hin. So könne eine Shisha-Sitzung mit dem Konsum von bis zu 100 Zigaretten verglichen werden.

Nach den Ergebnissen des Tabakatlas Deutschland, den das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) herausgibt, hat knapp ein Drittel der Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren schon einmal Wasserpfeife geraucht. Auch der Umsatz mit entsprechenden Tabakprodukten ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Im Schnitt dauert eine Wasserpfeifensitzung etwa 30 bis 60 Minuten. Dabei nehmen die Shisha-Rauchenden bis zu fünf Milligramm Nikotin auf. Dies ist vergleichbar mit dem Rauchen von zehn Zigaretten. Das eingeatmete Rauchvolumen entspricht sogar dem von 100 Zigaretten. Das Argument, der Rauch würde durch das Wasser verdünnt und gereinigt, entkräften führende Experten: Er durchquere das Wasser innerhalb von kleinen Bläschen. Die Oberflächenspannung dieser Bläschen verhindere aber, dass der Rauch mit dem Wasser in Kontakt kommt. So werde er lediglich gekühlt, was die Inhalation erleichtert, nicht jedoch gereinigt. Aufgrund des größeren Rauchvolumens würde sogar eine wesentlich größere Schadstoffmenge aufgenommen als beim Rauchen einer Zigarette, so eine Expertin des DKFZ.

Zahlreiche Schadstoffe auch in tabakfreien Kräuter- und Fruchtmischungen

Und die Zahl der Schadstoffe im Wasserpfeifenrauch ist groß: Laut DKFZ enthält er mindestens 82 schädliche Substanzen, darunter 27, die krebserzeugend sind oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Abgesehen vom Nikotin enthielte auch der Rauch tabakfreier Wasserpfeifenmischungen, wie Kräuter- oder Fruchtmischungen, weitgehend dieselben Schadstoffe. Die gesundheitlichen Risiken sind vielfältig. So deuten Studien darauf hin, dass Shisha-Rauchen akut die Lungenfunktion beeinträchtigt und zum Beispiel das Risiko für Atemwegserkrankungen, wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD und für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht.

Auch die Suchtgefahr und das Risiko zum Übergang zum Zigaretten-Konsum sollte nicht unterschätzt werden. So haben in den letzten Jahren zwei Studien in hochrangigen Fachzeitschriften gezeigt, dass Shisha-rauchende Menschen früher oder später auch zur Zigarette greifen.

Mehr Informationen zum Wasserpfeife-Rauchen erhalten Sie beim Deutschen Krebsforschungszentrum: Wasserpfeifen. Fakten zum Rauchen (PDF)


Quellen:

Hollstein, T.: Shisha-Rauchen: Das angeblich bessere Rauchen. Deutsches Ärzteblatt, 2019; 116(7)

Deutsches Krebsforschungszentrum: Wasserpfeifen. Fakten zum Rauchen. Heidelberg, 2018

Deutsches Krebsforschungszentrum: Tabakatlas Deutschland 2015


Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem Lungeninformationsdienst, einem Angebot des Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt übernommen.